Kreative Ideen sind gefragt: «GLEIS 21» wird zum Pop-Up-Lokal

von | 12. Februar 2020

Im September startet das «Gleis 21» mit neuem Geschäftsführer in die neue Saison. Inzwischen bietet das Bistro viel Raum für Experimente. © Florian Schmitz

Bevor Michael Minder als Geschäftsführer übernimmt, wird das «Gleis 21» in Dietikon zum Pop-up-Lokal.

Bereits im vergangenen Herbst wurde bekannt, dass der Verein Gleis 21 Kultur und Gastronomie im gleichnamigen Lokal am Bahnhof Dietikon unter einem neuen Geschäftsführer zusammenführen will (die Limmattaler Zeitung berichtete). Jetzt ist klar, dass der Zürcher Michael Minder im Juni das Zepter übernehmen wird, «um das mit den Visionen des Vereins weiterzuentwickeln», wie der Verein in einer Mitteilung schreibt.

Viele der rund 80 Bewerberinnen und Bewerber seien entweder in der Club- und Gastroszene oder in der Kultur tätig, sagt Kerstin Camenisch, Co-Präsidentin des Vereins. Der Geschäftsführer müsse nicht nur Kultur, Events und Gastronomie zusammenführen, sondern vor Ort auch als Gastgeber fungieren und als Anspruchsperson viele verschiedene Ansprüche und Interessen abwägen.

«Er lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen»

Minder, der seit sieben Jahren im Arche Brockenhaus arbeitet und aktuell für Events und Musik verantwortlich ist, werde diesen Ansprüchen am besten gerecht. Das Brockenhaus in Zürich Altstetten ist gleichzeitig Möbelhaus, Bistro sowie Eventlokal und bietet Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose und Sozialhilfebezüger. «Wir glauben, dass er mit seiner Erfahrung die Vielfalt der Aufgabe am besten unter einen Hut bringt», so Camenisch. Zudem verfüge er über ein sehr breites Netzwerk. «Und er lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen», ergänzt sie. Wegen früherer Zusammenarbeiten – so stammen die erwerbbaren Möbel im Bistro aus dem Arche Brockenhaus – war Minder kein Unbekannter. Aber er habe sich im Bewerbungsverfahren ganz klar als beste Option durchgesetzt, betont Camenisch.

Obwohl der Neue seine Arbeit offiziell am 1. Juni aufnimmt, wird er dies zunächst im Hintergrund tun. Die Idee dahinter ist, dass genügend Vorbereitungszeit zum Start der zweiten Saison Anfang September bleibt. Denn die detaillierte Umsetzung des künftigen Alltagsbetriebs muss noch ausgearbeitet werden. So steht etwa fest, dass die Öffnungszeiten des Bistros wieder erweitert werden sollen. Noch offen ist aber wie es drinnen aussehen und was kulinarisch angeboten wird.

Zwischennutzung von April bis August gesucht
Bereits Ende März wird der laufende Bistrobetrieb unter der Leitung von Francesca Melia geschlossen. Auch Fabian Hauser, Vorstandsmitglied und bisheriger Geschäftsführer, wird dann zurücktreten. Während der Kultur­kalender bis zum Saisonabschluss-­Konzert der Jazz-Funk-Band Sofa am 11. Juni bereits gut gefüllt ist, bietet das Bistro viel Raum für kreative Zwischennutzungen.

Deshalb suchen die Vereinsverantwortlichen für die Zeit von April bis August nach temporären Pop-up-Ideen. Von einzelnen Anlässen bis zu längeren Gastspielen sei alles möglich, sagt Camenisch. «Wir werden auch auf bekannte lokale Anbieter zugehen und sie für Zusammenarbeiten anfragen.» Es gehe darum, das Kulturhaus mit vielfältigen Angeboten zu beleben und kreative Konzepte auszuprobieren. Die Hürden sollen niedrig gehalten werden, deshalb richte sich der Aufruf auch an Menschen ohne gastronomische Erfahrung.

Camenisch ist optimistisch, dass die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt wurden. «Das Vertrauen, das wir in diesen Ort haben, hat uns darin bestärkt, den nächsten Entwicklungsschritt zu machen», sagt sie. Dazu beigetragen hätten auch die guten Besucherzahlen aus dem ersten Jahr. Dank der Unterstützung der Stadt und der vielen freiwilligen Helfer an den Anlässen sei es möglich, auch finanziell ein erfolgreiches Kulturhaus in Dietikon zu führen.

Auch der abtretende Geschäftsführer Fabian Hauser ist überzeugt, dass der Verein mit Michael Minder einen guten Nachfolger gefunden hat. «Er hat viel organisatorisches Know-how und Innovationskraft, um die Vision des weiterzuentwickeln», so Hauser. Im vergangenen Jahr stand er neben der operativen Leitung des Kulturbetriebs bei unzähligen Veranstaltungen hinter dem Mischpult und sorgte dafür, dass die Technik reibungslos funktionierte. Auch in Zukunft will er dem Kulturhaus als Techniker erhalten bleiben.

Quelle: https://www.limmattalerzeitung.ch/limmattal/region-limmattal/kreative-ideen-sind-gefragt-gleis-21-wird-zum-pop-up-lokal-136362622

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