Erschaffen hat sie der österreichische Künstler Manfred Kielnhofer. Sie und weitere dieser Skulpturen wurden schon in mehreren grossen Städten in verschiedenen Ländern gezeigt. Unter anderem waren sie 2018 auch Teil der Schweizerischen Triennale der Skulptur in Bad Ragaz, kurz «Bad Ragartz» genannt. Diese Freiluft-Skulpturausstellung wird als grösste von Europa beworben. 77 Künstlerinnen und Künstler stellten dort aus. Kielnhofers Plastiken sorgten bei vielen Besuchern für einen bleibenden Eindruck. Nun stehen sie in Dietikon, wo man spätestens seit der Ausstellung «Eisen 89» empfänglich ist für Skulpturen. Nur ein paar Schritte vom Gleis 21 entfernt steht auf der Nötzliwiese die «Sphäre II» von Gillian White und beim SBB-Parkplatz ennet der Gleise reckt sich der «Duomo d’acciaio» von Silvio Mattioli in die Höhe.

«Ich kann nachvollziehen, dass sie nicht allen gefallen»

Nun ist der Dietiker Skulpturenschatz um ein Stück reicher. Laut Kerstin Camenisch, Co-Präsidentin des Gleis 21, ist das ihrer Kollegin im Co-Präsidium, Carla Hohmeister, zu verdanken, die in Bad Ragaz aufgewachsen ist und dort auch schon ausgestellt hat. Sie kennt Kielnhofer, und so kam das eine zum andern.

Im Gleis 21 kann man auch kleine Versionen der Skulpturen kaufen. Und die grossen? «Jetzt bleiben sie dort. Aber wir haben einige Ideen, wo in Dietikon sie auch schön wirken würden», sagt Camenisch. «Persönlich finde ich sie grossartig, aber ich kann nachvollziehen, dass sie nicht allen gefallen. Jedenfalls nimmt man sie wahr, sie werden oft fotografiert und bringen viele zum Nachdenken.» Irene Brioschi, Kulturbeauftragte der Stadt Dietikon, gefällt auch, was hier geschieht: «Manche finden die Skulpturen zwar beängstigend. Aber es ist lässig, dass das Gleis 21 noch vielfältiger wird und auch Skulpturen zeigt.»

Die «Wächter der Zeit» nehmen die Diskussionen gelassen. Ruhig sitzen sie da im Schneidersitz. Und füllen so den Kiesplatz, der nun im Winterhalbjahr nicht mehr von der Gastwirtschaft belebt wird.

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